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Gästefarmen

Rinderfarmen sind, wie bereits erwähnt, sehr stark vom Regen abhängig und durch Trockenheit immer wieder in ihrer Existenz bedroht.

Um diese Situation zu verbessern, versuchen einige Farmen alternative Einkunftsmöglichkeiten zu erschließen, indem sie ihre Farm zu einer Gästefarm erweitern – ähnlich wie bei uns der Urlaub auf dem Bauernhof.

Die Gästefarmen bieten Unterkunftsmöglichkeiten mit Vollpension an. Die Gäste verbringen für einige Zeit ihren Urlaub auf der Farm – oft liegen die Zimmer in Nebengebäuden.

Zu den Mahlzeiten sitzen sie gemeinsam mit der Farmerfamilie an einem Tisch. So nimmt man am Familienleben und Farmeralltag teil und lernt die Sorgen und Nöte auf einer Farm kennen. Natürlich wird auch über Land und Leute und vieles andere mehr gesprochen und diskutiert.

Wirbt eine Gästefarm mit dem Begriff „Lodge“, kann von einem höheren Niveau ausgegangen werden; wobei der Service nicht zwangsläufig besser gegenüber einer einfacheren Gästefarm sein muß. Außerdem hat eine „Lodge“ normalerweise keinen Farmbetrieb mehr. Es handelt sich nach unserem Sprachgebrauch mehr um ein Landhotel.

Auch das Preis-Leistungs-Verhältnis ist zu berücksichtigen. Es ist nicht ungewöhnlich, daß der Aufenthalt in einer Gäste-Lodge wesentlich teurer ist als auf einer einfachen Gästefarm – unter Umständen über 50%.

So muß jeder für sich entscheiden, ob ihm der gehobenere Standard das Geld wert ist oder ob er mehr eine zwar einfachere Unterbringung, dafür aber die Einbeziehung in den Farmalltag und die Familie bevorzugt.

In diesem Zusammenhang möchten wir den Werbe-Slogan aus dem Hausprospekt einer Gästefarm zitieren, auf der wir zweimal je 14 Tage Urlaub gemacht haben:

„Wir haben einen ganz normalen Farmbetrieb mit Rindern und Ziegen und allem was sonst noch dazugehört. Bei uns ist nichts für Touristen geschönt und verändert.

Keine Abfertigung bei den Mahlzeiten – bei uns ist der Gast ein Mitglied der Familie. Erleben sie genauso alle Höhen und Tiefen, die ein Betrieb in dieser Größenordnung täglich mit sich bringt. Fernab von Hektik und Streß und lernen sie wieder das Gefühl kennen, ein Mensch unter Menschen zu sein.“

Wen diese Aussage anspricht – wie das bei uns war – , den erwartet genau das, was hiermit ausgesagt wird.

Auch auf Gästefarmen läßt sich vielerlei Wild beobachten, neben Kleinwild besonders Antilopenarten wie Oryx oder Eland, aber auch Kudus, Gnus oder Warzenschweine. Es kann sich auch schon mal eine Giraffe dorthin verirren. Große Bestürzung herrscht allerdings bei den Farmern, wenn ein Gepard bei seinen Schafen sein Unwesen treibt.


Wild- und Jagdfarmen

Erst Ende der sechziger, Anfang der siebziger Jahre wurde das damalige Südwestafrika von Europäern und Amerikanern als Jagdland entdeckt. Der Beginn geht schon auf das Jahr 1962 zurück, als sich ein paar Farmen zu einem Projekt zusammenschlossen, um die nachhaltige Nutzung wild lebender Tiere auch Ausländern zu ermöglichen.

Dies hat sich heute zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig für Namibia entwickelt: bis zu

3 000 Jäger besuchen jährlich das Land, um „Trophäenjagd“ zu betreiben. Nicht nur die Jagdfarmen profitieren hiervon, sondern es entstanden auch Tausende von Arbeitsplätzen für die einheimische Bevölkerung.

Die Jagdfarmen sind in der Regel größer als in Südafrika, und Jagdgebiete mit 50 000 Hektar und mehr sind nicht selten.

Eine Jagdfarm ist im Prinzip eine Gästefarm, auf der gejagt werden darf.

Man kann sich für eingezäunte Wildfarmen mit bis zu 2,30 m hohen Wildzäunen, die eine dort eingeschlossene meist breite und interessante Wildpalette zu bieten haben, entscheiden, oder für Farmen mit normalen Zäunen.

Auf letzteren kann das Wild die Zäune entweder überspringen oder unter ihnen hindurchkriechen, so daß das Wild hier wandert und damit eine bestimmte Trophäe nicht garantiert werden kann.

Damit rückt die Hege des Wildes wieder mehr in den Mittelpunkt, denn die wirtschaftliche Existenz von Wild- und Jagdfarmen hängt von einem vielseitigen Tierbestand ab.

Es schließen sich auch Farmen zu Wildhegegebieten von manchmal über 100 000 Hektar zusammen. In diesen Gebieten bewegt sich das Wild absolut frei, was eine Trophäenjagd nicht nur abwechslungs- sondern auch erlebnisreicher machen kann.

Es gibt auch Jagdgebiete, die durch einen Jagdfarmen-Verbund gebildet werden.  

Gejagt wird vom Hoch- oder Ansitz, weshalb die Jagd auch für ältere Jäger geeignet ist, oder man pirscht zu Fuß oder zu Pferd. Pirschfahrten werden mit geländegängigen Fahrzeugen durchgeführt – der neueste Trend ist die Jagd mit Pfeil und Bogen.

Die jagdliche Betreuung erfolgt durch lizensierte Jagdführer – manchmal durch den Farmer selbst – oder durch Begleitjäger mit einer entsprechend erfahrenen Crew, die aus Fahrer, Fährtensucher und Skinnern (Trophäen-Präparatoren) bestehen kann.

Beim Vergleich von Leistungen und Preisen stellt man deutliche Unterschiede fest.

Wild- und Jagdfarmen mit Wildzaun sind in der Regel teurer, da sie auf die Jagd spezialisiert sind und hohe Investitionen (Zaun, Einkauf von Tieren) tätigen müssen sowie hohe Kosten haben.

Dort gibt es dann aber auch eine größere Artenvielfalt und  Wilddichte, so daß die Erfolgsaussichten für die Trophäenjagd größer sind.

Im übrigen kann der Farmbesitzer über seinen Wildbestand frei verfügen und beliebig viele Tiere jeder Art abschießen, ohne Jagdgesetze zu verletzen. Der Trophäenjäger, der selbst Wild erlegen möchte, unterliegt den Jagdgesetzen und muß sich Genehmigungen einholen.

Unterkünfte und Freizeitmöglichkeiten sind speziell auf die Wünsche der jagenden Gäste abgestimmt.