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Der Jakobsweg


Namensgebung

Die erste Erwähnung des Jakobsweges stammt aus dem Jahre 1047, als in einer Urkunde des Hospitals von Arconada (Provinz Palencia) die nordspanische Hauptroute – schon seit alten Zeiten von Pilgern des Heiligen Jakobus benutzt – mit dem Grab des Heiligen Jakobus in Galicien in Verbindung gebracht wurde.


Geschichte

Als Jakobsweg – Camino de Santiago – wird der Pilgerweg zum Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela in Spanien bezeichnet.

Darunter wird in erster Linie der so genannte Camino Francés verstanden, jene hochmittelalterliche Hauptverkehrsroute Nordspaniens, die von den Pyrenäen zum Jakobsgrab in Santiago de Compostela reicht und dabei die Königsstädte Jaca, Pamplona, Estella, Burgos und León miteinander verbindet (mehr darüber unter Königsstädte).

Die Entstehung dieser Route fällt in ihrem noch heute begangenen Verlauf in die erste Hälfte des 11. Jahrhunderts.

Diesen Weg kann man mit einer Perlenkette vergleichen, an der beim ersten Hinsehen nur die Perlen auffallen, aber dann sieht man die verbindende Schnur, die Ortschaften, Brücken, Hospize, Klöster, Kirchen und sonstige religiöse Einrichtungen, die mit der Jakobsverehrung zu tun haben, verbindet.

Ein Pilgerführer des 12. Jahrhunderts, der im Liber Sancti Jacobi, der Hauptquelle zur Jakobusverehrung im Hochmittelalter, enthalten ist, nennt für den französischen Raum vier Wege (mehr darüber unter Jakobswege in Frankreich), die sich im Umfeld der Pyrenäen zu einem Strang vereinigen.

Das Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela entwickelte sich im Mittelalter neben Rom und Jerusalem zum dritten Hauptziel der christlichen Pilgerschaft.

Nach dem Niedergang der Pilgerbewegung im 16. Jahrhundert, verursacht durch einen Verfall der Pilgeridee – Reformation und nationale Kriege zwischen Frankreich und Spanien, bringt die Wiederentdeckung der seit dem 16. Jahrhundert verschollenen Gebeine im Jahre 1879 die Wende, vor allem, nachdem Papst Leo XIII 1884 die Echtheit der wieder aufgefundenen Reliquien bestätigt hatte.

Nach der Wiederbelebung der Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela in den 1970er und 1980er Jahren wurde der spanische Hauptweg 1993 in das UNESCO-Welterbe aufgenommen, 1998 auch die vier im Liber Sancti Jacobi beschriebenen französischen Wege.

Zuvor schon hatte der Europarat im Jahre 1987 die Wege der Jakobspilger in ganz Europa zur Europäischen Kulturroute erhoben und ihre Identifizierung empfohlen.


Pilgeraufschwung in der Moderne

Seit den 1970er Jahren hat die Pilgerschaft auf dem Jakobsweg einen großen Aufschwung erlebt.

1982 besuchte Papst Johannes Paul II. Santiago de Compostela und rief im Rahmen einer großen Europa-Feier die Pilger aller Welt auf, nach Santiago de Compostela zu kommen.

Bis zum Jahr1992 waren es jährlich jeweils nur einige Tausend Pilger – mit steigender Tendenz bis heute. Waren es im Jahr 2003 schon über 74.000, so kamen im Heiligen Jahr 2004 sogar 180.000 Pilger aus vielen Ländern der Erde, die entweder den ganzen Weg durch Spanien oder mindestens die letzten 100 km der Strecke vor Santiago de Compostela zu Fuß zurücklegten.