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Auf den Spuren der Goldgräber

Der so genannte „Wilde Westen“ war nicht nur durch die Pionierzeit, sondern auch durch die Goldgräber-Periode geprägt. Diese hat wesentlich zur Erschließung des Westens der USA und Kanadas beigetragen.

Aber diese Zeit hat auch viele einst blühende Orte und Besiedlungen, die nach dem Ende des Goldrausches so schnell vom Erdboden verschwanden wie sie einmal entstanden sind, als Geisterstädte (Ghosttowns) hinterlassen.

In den kanadischen Provinzen British Columbia und Yukon Territory sowie besonders in Alaska hat es eine wilde Zeit des Goldrausches gegeben, die übrigens u.a. vom amerikanischen Autor Jack London in seinem Buch „Lockruf des Goldes“ sowie von James A. Mitchener in seinen Büchern Klondike und Alaska sehr eindrucks- und stimmungsvoll beschrieben wird.

Übrigens, das Yukon Territory  ist neben Alaska Heimat der bekannten Goldfelder und spiegelt die Geschichte des Goldrausches wieder, die dieses herrliche Land mit geprägt hat.

Aber auch British Columbia hatte in Barkerville schon ab 1862 einen gigantischen Gold Rush.

Das gesamte geographische Gebiet, das Tausende von Goldsuchern ab Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts angezogen hat, reichte von Kalifornien bis hoch in den Norden Alaskas, bis nach Nome an der Beringsee.

Aber auch das Gebiet der Rocky Mountains entlang des Colorado Rivers sowie viele Teile des Westens der USA zog in dieser Zeit Tausende von Goldsuchern an.

Nachfolgend einige Brennpunkte des damaligen Goldrausches in Alaska und im Yukon Territory.

Als 1897 am Klondike der Goldrausch losbrach, wurde Skagway das wichtigste „Tor zum Klondike“ und anderen Anziehungspunkten am Yukon. Heute ist die gesamte Stadt mit etwa 800 Einwohnern ein Geschichtspark (National Historical Park).

Von Skagway aus zogen damals die Goldsucher über den White- und Chilkoot-Pass Richtung Klondike, zunächst zum Bennett-See und dann weiter zum Yukon, mit zum Teil selbstgebauten Schiffen, um möglichst schnell reich zu werden.

Von 1898 bis 1900, als das Goldfieber auf dem Höhepunkt war, wurde eine Schmalspurbahn über den White Pass nach Whitehorse im Yukon gebaut.

Der Chilkoot Trail wurde in den Jahren 1897 bis 1898 von Tausenden von goldhungrigen Männern und Frauen bevölkert, die sich den Bergpfad mit seiner 30%igen Steigung und 40 Kilometer Länge auf ihrem Weg zum Klondike hinaufquälten.

Wer damals als „Stampeder“, wie man die Goldsuchenden nannte, über den Chilkoot Pass von den USA nach Kanada und weiter zum Klondike wollte, mußte eine Tonne an Vorräten mitschleppen. Dies schrieb die kanadische Polizei, die North West Mounted Police –  Vorgänger der heutigen Royal Canadian Mounted Police – vor.

Zu Anfang des Goldrausches mußte das meiste der Vorräte getragen werden, da es nicht einfach war, Packtiere auf dem Chilkoot Trail zu verwenden.

Es muß eine elende Schufterei gewesen sein, die Vorräte in Ladungen von etwa 25 kg den Berg hinaufzuschleppen.

Um den vorgeschriebenen Jahresbedarf an Lebensmitteln und sonstigen Vorräten von ca. einer Tonne hochzuschleppen, mußte der Stampeder insgesamt viele Meilen rauf und runter laufen!


Tipp

Da die ursprüngliche Bahn nicht mehr in Betrieb ist, können abenteuerlustige Touristen heute zu Fuß dem alten Goldsucherpfad über den White Pass folgen. Aber Vorsicht, die Wanderung ist nicht einfach, da der Weg schlecht ist und durch Regen schlammig sein kann.

Allerdings gibt es heute eine bequemere Möglichkeit, einen Teil dieser Yukon Route über den White Pass zu bewältigen:

Dafür gibt es die White Pass and Yukon Railway, eine nostalgische Dampflok mit ihren originalgetreu restaurierten Waggons, die ab Skagway verkehrt und über den White Pass fährt – ein einzigartiges und unvergeßliches Erlebnis.

Dawson City, Stadt im Westen des Yukon Territory, an der Mündung des Klondike River gelegen, war einer der bedeutendsten Orte während der Goldgräberzeit Ende des 19.Jahrhunderts.

Die Stadt wurde nach dem kanadischen Geologen George M. Dawson benannt, der 1887 das Gebiet am Klondike erforschte.

Wohl kaum ein Ereignis in der Geschichte Kanadas hat die Phantasie so stark beflügelt wie der sagenumwobene Klondike-Goldrausch von 1897/ 98.

Tausende von Abenteurern und Glücksrittern nahmen unzählige Härten auf sich, um an den Nebenflüssen des Klondike- und Yukon-River nach Gold zu schürfen.

Damals wuchs Dawson City, ein Handelsplatz auf dem Marsch zu den Nebenflüssen des Yukon und Klondike, in wenigen Monaten zu einer großen, florierenden Goldgräberstadt an.

Rund 20.000 Menschen aus allen Erdteilen fanden Unterkunft in Holzhäusern, Blockhütten und oft auch nur in Zelten.


Anmerkung

Bevor der Gold Rush in Dawson City begann, wurde schon Jahre vorher in den Orten Chicken und Eagle, am Highway Top of the World gelegen, Gold gefunden.

Als der Goldrausch 1898/99 seinen Höhepunkt erreichte, schätzte man die Bevölkerung von Dawson City auf etwa 30.000. Es war damals die größte Stadt Kanadas westlich von Winnipeg.

Die fieberhafte Entwicklung hörte jedoch nach der Jahrhundertwende schnell auf, als die Schürfplätze von großen Unternehmen aufgekauft wurden.

Das Gold wurde aber im Klondike-Gebiet noch jahrelang in großen Mengen gefördert.
Nach 1900 ging der Goldrausch stark zurück und mit ihm die Einwohnerzahl.
1902 erhielt Dawson City das Stadtrecht.

Von 1898 bis 1953 war die Stadt das Verwaltungszentrum des Yukon Territory, bevor es von Whitehorse abgelöst wurde.

Im Jahr 1991 betrug die Einwohnerzahl nur noch 1.000.

Heute ist der Tourismus die wichtigste Stütze der Wirtschaft.

Zu den Sehenswürdigkeiten gehören u.a. das Palace Grand Theatre aus der Zeit des Goldrausches und die Hütte von Robert Service, in der der kanadische Schriftsteller von 1909 bis 1912 lebte.

Nome, eine andere bedeutende Goldgräberstadt, liegt südlich des nördlichen Polarkreises (Arctic Circle) an der Beringsee im westlichen Teil Alaskas.

Die Stadt ist heute ein Handels- und Touristenzentrum und hat etwa 3.000 Einwohner. Nome besitzt kein Straßennetz, durch das es mit anderen Hauptzielen Alaskas verbunden ist. Aber es gibt häufige Linienflüge von Anchorage und anderen Flughäfen Alaskas.

Die Gemeinde wurde 1902 während des Ansturms der Goldsucher gegründet, nachdem im nahegelegenen Anvil Creek sowie am Strand Gold gefunden wurde.

Die Stadt hieß bis 1900 Anvil, bevor sie zu Kap Nome umbenannt wurde. In jenem Jahr hatte sie eine Bevölkerungszahl von etwa 20.000 Einwohner, die aber in den folgenden Jahren erheblich zurückging.

1899 kamen Tausende von goldhungrigen Goldsuchern in Nome an. In Windeseile dehnte sich eine Zeltstadt auf etwa 20 bis 30 Kilometer Länge direkt am Strand der Beringsee aus. Auf dem Höhepunkt des Goldrauschs gab es in Nome über 50 Bars, aber nur eine Kirche. Heute gibt es 8 Kirchen und nur 7 Bars!

Das Goldschürfen ist in den späten siebziger Jahren wieder aufgelebt. Auch heute noch ist der Abbau des Goldes ein wichtiger Industrie- und Wirtschaftszweig (neben dem Tourismus), wovon die großen Bagger, den so genannten Dredges, die manchmal eine Länge von über 150 Meter haben können, Zeugnis ablegen.


Empfehlung

Es gibt 2-tägige Flug-Packages mit der Alaska Airline von Anchorage nach Kotzebue und Nome.

Neben Dawson City und Nome ist Barkerville (British Columbia) eine der bedeutendsten historischen Goldgräberstädte.

Zwischen 1862 und 1870 reisten über 100.000 Stampeder auf der Caribou Wagon Route zu den Goldfeldern der Boomtown Barkerville.

In der Blütezeit war Barkerville die größte Stadt westlich von Chicago und nördlich von San Francisco.

Heute wird man in Barkerville mit seinen liebevoll rekonstruierten Häusern in die Zeit der Pioniere und Goldsucher zurückversetzt. Der Besuch dieses Museumsdorfs mit seinen über 100 historischen Gebäuden lohnt sich.

Im übrigen sei erwähnt, dass auch heute auf den ehemaligen Goldfeldern immer noch sowohl von Hobby- als auch von professionellen Goldschürfern Gold gefunden wird.

In Nome oder im Klondike-Gebiet kann man auch heute noch Hobby-Goldschürfer beobachten, die mit Hilfe ihrer zum Teil primitiv zusammen gebastelten Goldschürfgeräte (Dredges) ihr Glück versuchen und oft auch fündig werden.

Und insbesondere am Klondike wird auch von professionellen Goldschürfern mit mehr oder weniger großem technischen Aufwand Gold gefunden.

Übrigens, wer sich als Hobby-Goldsucher versuchen möchte, hat dazu entweder selbst die Möglichkeit oder kann an organisierten Goldschürf-Aktionen mit entsprechender Unterweisung und Kostenbeteiligung teilnehmen.

Es gehört zu einem der Höhepunkte eines Aufenthaltes in Gebieten, wo in früheren Zeiten Gold geschürft wurde, auch heute noch selbst Gold zu „waschen“.

Sie sollten es, lieber Leser, auch einmal probieren. Und sollte Sie plötzlich das Goldfieber gepackt haben, brauchen Sie noch nicht einmal einen eigenen Claim.

Aber Achtung: Sie dürfen nur an extra ausgewiesenen Stellen schürfen! Sie könnten sich sonst unrechtmäßig auf Privatgelände befinden!

Um ein richtiger „Prospector“ zu werden, braucht man nur eine Pfanne, eine Schaufel, mit der man den Kies aufgräbt und ein Stück Maschendraht, mit dem der Kies/Sand gesiebt wird. Dabei sondert man zunächst alles grobe Material von dem feinsandigen Goldsand aus.

Ein fließender Bach, oder ein Kübel mit Wasser dient dazu, die befüllte Goldwaschpfanne im Wasser zu schwenken, um das Gold herauszuwaschen.

Dabei schwenkt man die Pfanne im Wasser mit sanften, kreisenden Bewegungen hin und her und schwenkt dabei leichteres Material im Wasser leicht ab.

Das schwerere Gold bleibt zum Schluß übrig und wird in dem verbliebenen feinen Sand der Goldwaschpfanne zu sehen sein.

Sobald man die gelben Pünktchen in der Pfanne entdecken kann, hat man Gold gefunden. Wenn man ganz großes Glück hat, bleibt auch mal ein kleiner Goldklumpen (Gold Nugget) in der Pfanne zurück.

Bestimmt wird dieses „Gold Panning“ ein Höhepunkt eines Alaska Aufenthaltes sein.

Eine andere Art der Goldgewinnung ist die mehr oder weniger professionelle Schürfmethode mit einer Dredge. In Nome und am Klondike gibt es große Bagger (Dredges), die als komplette Goldwaschanlage ausgerüstet sind.

Als das erste Gold im Klondike gefunden wurde, brachte man die erste Dredge dorthin. Insgesamt wurden 35 Dredges gebaut und die letzte kam 1950 in dieses Gebiet.

Die Dredges arbeiteten von April bis Oktober, aber als die Erde im Winter gefror, mussten die Arbeiten eingestellt werden.


Tipp

Wer sich mehr für den Gold Rush in Alaska interessiert, kann sich in Skagway im „Klondike Gold Rush International Historical Park“ darüber informieren.

Wer sich für den Gold Rush im Yukon interessiert, sollte sich in Dawson City im dortigen Museum informieren und die historischen Gebäude besuchen.

Das „Gold der Neuzeit“ sind die immensen Erdölvorkommen Alaskas, die seit 1977 aus der Prudhoe Bay gewonnen werden und über die Trans Alaska Pipeline zum eisfreien Hafen von Valdez über die 1.300 Kilometer lange Pipeline gepumpt werden (siehe Kapitel: „Trans Alaska Pipeline“).